Abenteuer in der 2. Dimension

von Nicolai Schwarz | Screenguide #38, Editorial

Wenn man bedenkt, wie lange Webworker darauf gewartet haben, endlich Flexbox einsetzen zu können, ist es geradezu erstaunlich, dass alle modernen Browser mittlerweile auch schon CSS-Grids unterstützen. Es spricht also kaum noch etwas dagegen, diese Technik in der Praxis anzuwenden.

 

Wenn Sie in den Archiven des W3C stöbern, sehen Sie, dass der erste Working Draft des „Flexible Box Layout Module“ bereits im Juli 2009 veröffentlicht wurde. Und trotz des schnelllebigen Internets hat es etliche Jahre gedauert, bis Webworker diese Technik in Projekten verwenden konnten. Seit wann ist Flexbox reif für den produktiven Einsatz? Maximal seit drei Jahren – wenn Sie in Ihren Projekten einige ältere Browser unter den Tisch fallen lassen konnten. In vielen aktuellen Projekten kommen heute trotzdem noch Floats zum Einsatz. Funktioniert ja.

Im direkten Vergleich verwundert es vielleicht, dass auch das „CSS Grid Layout Module“ bereits von allen modernen Browsern unterstützt wird. Sogar der Internet Explorer 11 bietet einen gewissen Support. Das fühlt sich ungewohnt fix umgesetzt an. Ein Blick ins Archiv verrät, dass das Grid Module dann doch etwas älter ist, als die meisten glauben; der erste Working Draft stammt aus dem April 2011.

Ebenso wie Flexbox können Sie Grid Layouts also bereits in Ihren Projekten einsetzen – wenn Sie auf ältere Internet Explorer verzichten können oder diesen ein anderes Layout mitgeben. Während Flexbox eindimensional arbeitet, breitet sich Ihr Layout mit CSS-Grids in der 2. Dimension aus. Die Möglichkeiten mit CSS-Grids sind ziemlich umfangreich und erfordern Einarbeitung. Im Gegenzug bieten Grids aber viele nützliche Eigenschaften, insbesondere für das responsive Layout der Website. Jens Grochtdreis gibt Ihnen ab Seite 60 einen umfassenden Überblick über die neue Technik, zusammen mit ein paar Tipps für den Umgang mit älteren Browsern.

Neue Tipps und Techniken bieten sich Ihnen auch in anderen Bereichen. So berichtet die Hamburger Agentur sitegeist, wie sie immer häufiger ohne Kostenvoranschläge, Pflichtenhefte und Verträge arbeitet – und damit stressfreier mehr schafft. Des Weiteren stellen Ihnen unsere Autoren Tools wie die kostengünstige PhotoShop-Alternative Affinity Photo, das kommerzielle Craft CMS und das Microsoft Bot Framework für die Entwicklung eigener Chatbots vor. Wir werfen einen Blick auf das Netzwerkdurchsetzungsgesetz und den Hackathon Coding Da Vinci, der Kulturschaffende mit Entwicklern zusammenbringt. Und spätestens wenn es um autonome Fahrzeuge geht, sind wir in der 3. Dimension angekommen.

„Wonder Twin powers activate!“
Nicolai Schwarz

Nicolai Schwarz 

Nicolai Schwarz

kümmert sich am liebsten um guten Content. So auch bei der Screenguide. Wenn er dort nicht gerade Artikel redigiert, arbeitet er als selbstständiger Designer und Webentwickler, hauptsächlich in
Drupal-Projekten. Für ein paar kleine Projekte freundet er sich gerade mit Craft CMS an.

Twitter: @textformer

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