Evolution der CMS

von Nicolai Schwarz | Screenguide #36, Editorial

Es ist schier unmöglich, in der Welt der Content-Management-Systeme auch nur ansatzweise einen fundierten Überblick zu behalten. Es tut sich einfach zu viel. Nicht nur bei neuen Ideen oder frischen Modulen innerhalb eines Systems. Regelmäßig tauchen ganz neue CMS mit interessanten Ansätzen auf.

 

In den letzten Jahren haben sich alle großen CMS enorm weiterentwickelt. Sie erlauben mehr Möglichkeiten bei der Erstellung der Inhalte, legen mehr Wert auf Performance, Usability und auch Barrierefreiheit und bieten generell mehr Funktionen out of the box. Manche Systeme haben sich von einem kleinen CMS mit wenigen Funktionen hin zu einem großen Framework gewandelt. Ein Trend der letzten Jahre sind Headless und Decoupled CMS, bei denen die Daten innerhalb des Redaktionssystems von der Darstellung im Frontend entkoppelt sind. Das CMS kümmert sich nur um die Aufgaben des Backends und stellt eine Schnittstelle bereit, damit Apps oder Frontend-Frameworks auf die Daten zugreifen können. Das passiert in der Regel über eine RESTful-API.

Einen etwas anderen Ansatz wählt das neue GraphCMS, ein Headless-Content-Management-System aus Gießen. Der große Unterschied liegt darin, dass hier GraphQL statt REST zum Einsatz kommt. GraphQL ist eine Query Language, die von Facebook entwickelt wurde. Der Vorteil gegenüber REST besteht darin, dass nur ein einzelner Endpoint nötig ist, was Abfragen der Datenbank einfacher und oft auch performanter macht. Manche sehen GraphQL schon als Nachfolger von REST. Meinolf Droste zeigt Ihnen ab Seite 74, was mit dem System möglich ist und welche Vorteile GraphQL dabei bietet.

Auch andere neue Tools bieten Ihnen einige Vorteile. So zeigen Ihnen unsere Autoren etwa, wie Sie mit Electron und bekannten Webtechnologien – also HTML, CSS und JavaScript – Desktop-Applikationen für alle Betriebssysteme bauen. Framer wiederum ist ein nützliches Tool fürs Prototyping. Mit dem Wienbot zeigen wir Ihnen ein Beispiel für einen cleveren Chatbot, der Fragen effizienter beantwortet als Google. Und wenn Sie die Tipps zu Browser APIs berücksichtigen, können Sie Ihre Websites mit nativem JavaScript deutlich performanter machen. Außerdem stellen wir Ihnen mit Umbraco noch ein weiteres CMS vor. Denn GraphCMS ist sicher nicht als einziges System einen genaueren Blick wert.

„Shazam!”
Nicolai Schwarz

Nicolai Schwarz 

Nicolai Schwarz

kümmert sich am liebsten um guten Content. So auch bei der Screenguide. Wenn er dort nicht gerade Artikel redigiert, arbeitet er als selbstständiger Designer und Webentwickler, hauptsächlich in
Drupal-Projekten. Für ein paar kleine Projekte freundet er sich gerade mit Craft CMS an.

Twitter: @textformer

Neuen Kommentar hinzufügen