Von 0 auf 100

von Nicolai Schwarz | Screenguide #35, Editorial

In Deutschland gehen rund 30 Prozent der Bevölkerung täglich mobil ins Netz. Das macht 19 Millionen Menschen, die jede Menge Webseiten aufrufen – Tendenz steigend. Neben der passenden Darstellung für mobile Geräte ist dabei vor allem eines wichtig: die Geschwindigkeit.

 

Beim Thema Geschwindigkeit denken viele sofort an schnelle Autos. Ein relevanter Wert ist dabei die Zeit, die ein Auto braucht, um von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Der Lamborghini Aventador SV schafft es in 2,6 Sekunden. Der Bugatti Chiron gar in 2,3 Sekunden. Und der Porsche 918 Spyder soll nur 2,2 Sekunden benötigen. Man stelle sich vor, Geschäftsführer und Webentwickler verkündeten ähnlich stolz die Zeit, die ihre Webseite von 0 auf 100 braucht – bis sie also vollständig geladen ist. Wie schnell Websites dadurch wohl werden könnten?

Stattdessen kommen viele Webseiten noch im Schneckentempo daher. Was insbesondere dann nervt, wenn Sie eine Webseite unterwegs aufrufen. Laut einer Studie von Ericsson kann eine einzelne Verzögerung beim mobilen Laden zu einer um 38 Prozent erhöhten Herzfrequenz führen. Beim Video-Rebuffering stieg der Stress-Level von Versuchspersonen von 19 auf 34 Prozent. Einen vergleichbaren Anstieg beim Stress zeigen laut Studie auch Leute, die sich einen Horrorfilm ansehen. Wer jemals mobil Informationen abrufen wollte, wird den Schrecken nachvollziehen können.

Als Webworker sollten Sie also Wert darauf legen, dass Ihre Webseiten schnell geladen werden. Nicht nur Google zuliebe, sondern auch für die Gesundheit Ihrer Besucher. Dafür lohnt es sich, zu wissen, wie Browser grundsätzlich arbeiten. Sebastian Springer zeigt Ihnen ab Seite 50, wie Browser eine Webseite aufbauen, was dabei den Aufbau verzögern kann und wie Sie den Ladevorgang genau analysieren. Daraus ergeben sich eine Reihe Tipps, die Ihnen helfen, Ihre Webseite schneller auf 100 zu bringen.

Geschwindigkeit spielt auch bei anderen Themen eine Rolle. So stellen unsere Autoren Ihnen in diesem Heft zum Beispiel das Netlify CMS vor, das die Schnelligkeit eines Static Site Generators mit den Funktionen eines Redaktionssystems verknüpft. Außerdem lesen Sie, wie Sie schnell Fotos für die sozialen Medien bearbeiten können oder wie Sie TypeScript nutzen, um mehr aus JavaScript herauszuholen. Dazu gibt es einen Überblick über die neuen Funktionen von Joomla! 3.7, rechtliche Tipps für Allgemeine Geschäftsbedingungen und Hinweise für das Surfen mit Tor. Für die Lektüre können Sie natürlich ruhig einen Gang herunterschalten und sich ausreichend Zeit nehmen.

„Fast ship? You’ve never heard of the Millennium Falcon?”
Nicolai Schwarz

Nicolai Schwarz 

Nicolai Schwarz

kümmert sich am liebsten um guten Content. So auch bei der Screenguide. Wenn er dort nicht gerade Artikel redigiert, arbeitet er als selbstständiger Designer und Webentwickler, hauptsächlich in
Drupal-Projekten. Für ein paar kleine Projekte freundet er sich gerade mit Craft CMS an.

Twitter: @textformer

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