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Google total lokal

Eine kleine Änderung mit großen Folgen

25. June 2012

Bei der Suchmaschinenoptimierung müssen in Zukunft wohl immer stärker lokale Schwerpunkte berücksichtiget werden. Nachdem Google in den USA bereits im Februar einige Algorithmus-Verbesserungen für lokale Ergebnisse gelauncht hat, sind deren Auswirkungen nun auch in den deutschen SERPs zu sehen.

Bild: Google total lokal

In diesem Screenshot sieht man deutlich, dass die Rangliste auf der ersten Suchergebnisseite je nach eingestelltem Suchort variiert. Nicht nur die sogenannte LocalBox mit den Google Places-Einträgen bezieht sich nun auf den Standort des Users, sondern auch die organischen Ergebnisse sind regionalisiert. Für dieses Wechselspiel in den SERPs ist vor allem folgendes Update verantwortlich:

"Improved local results.We launched a new system to find results from a user’s city more reliably. Now we’re better able to detect when both queries and documents are local to the user."

Quelle: insidesearch.blogspot.de/2012/02/search-quality-highlights-40-changes.html

Fälschlicherweise hier und da als „Venice“ bezeichnet hat dieses namenlose Update jedoch weitaus gravierendere Auswirkungen als das tatsächliche Venice-Update. Die SERPs werden also davon beeinflusst, von welchem Ort aus man sie aufruft. Während jeder Suchanfrage wird die IP des suchenden Rechners erkannt. Darin ist auch der Standort des Rechners verschlüsselt. Google liefert dann Suchergebnisse zurück, die einen Bezug zum Standort des Suchenden haben. Verschiedenen Auswertungenzufolge können „deutschlandweit“ unter den Top 3 positionierte Webseiten, je nach Standort nun sogar bis zu 10 Positionen abfallen. Dass der durchschnittliche Google-User seinen Standort manuell „löscht“ oder anpasst, ist jedoch recht illusionär. Die meisten werden sich entweder nicht im geringsten dafür interessieren, was in dem recht unauffälligen Kästchen links von den Ergebnissen steht, oder sich wahrscheinlich über die lokalen Ergebnisse freuen.

Webseiten mit Lokalbezug werden sich freuen

Für alle Unternehmen, die Niederlassungen, stationäre Ladengeschäfte oder ähnliche regionale Ausrichtungen haben, ist dies natürlich ein Glücksfall. Viele haben ihre Webseite sehr wahrscheinlich bereits schon länger im Bezug auf einem oder mehreren regionale Schwerpunkte optimiert und werden nun je nach Standort bevorzugt platziert – auch wenn der Suchende nicht aktiv die Suchbegriffskombination [Suchbegriff Stadt] eingibt.

Wie kann man nun vorgehen?

Andere sollten nun definitiv auf diesen Zug aufspringen und sich Gedanken darüber machen, wie sie am sinnvollsten einen regionalen Bezug in die Suchmaschinenoptimierung einbringen. Einige interessante Anregungen stellt Mike Ramsey von Nifty Marketing im SeoMOZ-Blog zusammen. Er ist zudem der Meinung, dass ab sofort jedes Unternehmen, ob mit oder ohne regionalen Bezug, eine lokale SEO-Strategie braucht – ganz nach dem Motto „if you can’t beat em, join em“, schlägt er also unter anderem vor,  lokale Landingpages (LP) einzurichten, diese onsite wie offsite mit regionalem Bezug zu optimieren und mit relevanten Inhalten zu füllen.

Überregional ausgerichtete Webseiten stehen vor einem Content-Problem

Die Onsite-Optimierung wird hierbei wohl das kleinste Problem darstellen. Interessanten Content mit Bezug zur jeweiligen Stadt zu erstellen und zudem regional relevante Links zu sammeln, kann jedoch abhängig von der Ausrichtung des Unternehmens eine sehr knifflige Angelegenheit werden. Während eine Autovermietung mit Niederlassungen in verschiedenen deutschen Großstädten beispielsweise einen Mitarbeiterblog mit starkem Bezug auf die jeweilige Stadt führen könnte, ist es für einen reinen Onlineshop, der seine Produkte in ganz Deutschland oder sogar international vertreibt, geradezu unmöglich, so viele regionale und vor allem sinnvolle LPs zu erstellen und langfristig zu pflegen.

Was nun?

Das Update zeigt seine Wirkung erst seit wenigen Wochen in Deutschland. Welche Keywords in welchem Umfang regionale Ergebnisse triggern, muss noch untersucht werden. Eine mögliche Herangehensweise wird sein, dass für überregional ausgerichtete Webseiten der Standort der Besucher eine immer wichtigere Rolle spielen wird und die SEO-Strategie stärker auf diese Kennzahl ausgerichtet wird. Vielleicht wird sich die Erfolgsmessung auch noch stärker auf andere Messwerte wie zum Beispiel die Conversion Rate auslagern, statt hauptsächlich die Position im Ranking zu überwachen. So oder so, wenn Google weiterhin die Ergebnisse auf den automatisch festgelegten Standort des Suchenden zugeschnitten ausliefert, wird man um ein gewisses Umdenken nicht herumkommen.


Autor: Ulv Michel


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