Ab die Post

von Nicolai Schwarz | Screenguide #30, Editorial

Nachdem Präprozessoren mittlerweile ganz selbstverständlich zu den Werkzeugen eines Frontend-Entwicklers gehören, wird der nächste heiße Scheiß immer heißer: PostCSS als Alternative zu Sass oder Less. Natürlich müssen Sie jetzt nicht sofort Ihren geliebten Präprozessor links liegen lassen. Aber es sprechen genügend Gründe dafür, sich PostCSS einmal genauer anzusehen.

 

Zweifelsohne bieten Präprozessoren wie Sass oder Less einige Vorteile: etwa Variablen, Nesting oder Mixins. Doch damit kommen auch neue Problemquellen hinzu. So übertreiben es manche Entwickler ab und zu mit einem Nesting von zu vielen Ebenen. Das führt zum einen dazu, dass der Code nicht mehr lesbar ist, zumindest nicht auf die Schnelle. Zum anderen wird die Spezifität unnötig in die Höhe geschraubt. In anderen Projekten werden Sammlungen von Mixins hin- und hergeschoben, obwohl nicht jedes Mixin für jedes Projekt benötigt wird. Dazu kommt die nervige Wartezeit beim Kompilieren der CSS-Datei. Alles Dinge, die bei reinem CSS gar nicht erst auftauchen.

In den letzten Monaten wird PostCSS als Alternative immer beliebter: ein Tool, mit dem Sie CSS durch JavaScript-Plugins transformieren können. Abhängig davon, welche Plugins Sie einsetzen, können Sie PostCSS sehr flexibel für unterschiedliche Zwecke einsetzen. Manche Entwickler wenden sich von ihren Präprozessoren ab, um zu PostCSS zu wechseln. So schrieb etwa Mark Otto, Erfinder von Bootstrap, auf Twitter: „Oh, btw – Bootstrap 4 will be in SCSS. And if you care, v5 will likely be in PostCSS because holy crap that sounds cool.” Andere Entwickler bleiben lieber bei ihren bewährten Präprozessoren. Dabei müssen Sie sich gar nicht entweder für das eine oder das andere entscheiden. Sie können mit Plugins bei Bedarf Funktionen wie Variablen, Nesting und Mixins auch in PostCSS benutzen. Oder Sie benutzen Ihren Präprozessor zusammen mit PostCSS. Anselm Hannemann und Max Stoiber zeigen Ihnen ab Seite 50, was PostCSS zu bieten hat und warum es sich zum einzig nötigen ausgewachsenen CSS-Workflow-Tool weiterentwickeln könnte, das Sie in Zukunft brauchen werden.

Um die Wahl der richtigen Tools geht es auch in unseren Artikeln über die Probleme von Skype in Kombination mit einer Geheimhaltungsvereinbarung, über Alternativen zu Google und Bing oder Werkzeuge für das klicksichere Gestalten von Webseiten. Blicken Sie mit den Entwicklern hinter die Kulissen des letzten Relaunches der ZEIT. Lesen Sie, was das Content-Management-System Drupal 8 zu bieten hat. Und statten Sie Ihre Websites über den Service Letʼs Encrypt mit einem kostenlosen SSL/TLS-Zertifikat aus. Außerdem zeigt Ihnen Matthias Mees ein paar Tipps & Tricks dazu, was Sie alles mit CSS anstellen können – völlig unabhängig davon, ob Sie nun reines CSS, Sass, Less oder PostCSS bevorzugen.

Holy plot twist!

Nicolai Schwarz

Nicolai Schwarz 

Nicolai Schwarz

kümmert sich am liebsten um guten Content. So auch bei der Screenguide. Wenn er dort nicht gerade Inhalte auf Herz und Nieren prüft, arbeitet er als selbstständiger Designer und Webentwickler, hauptsächlich in Drupal-Projekten.

Twitter: @textformer

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