Statisch, praktisch, gut

von Nicolai Schwarz | Screenguide #29, Editorial

In den letzten zehn Jahren werden Webprojekte immer häufiger mit einem Content-Management-System umgesetzt. Dabei muss eine dynamische Website nicht für jedes Projekt die beste Lösung sein. Schließlich haben statische Seiten zweifelsohne ihre Vorteile in Sachen Sicherheit und Performance.

 

Im Oktober 2014 gab es große Aufregung um das Content-Management-System Drupal. Das Security Team hatte eine kritische Sicherheitslücke veröffentlicht und zeitgleich ein Sicherheitsupdate bereitgestellt, um das Problem zu lösen. Kurz nach Bekanntgabe waren bereits Anleitungen und Programme im Umlauf, um die Lücke auszunutzen. Wer seine Website nicht innerhalb von sieben Stunden aktualisiert hatte, musste davon ausgehen, dass diese kompromittiert wurde. Äußerst ungünstig für alle, die die Ankündigung nicht mitbekommen hatten, oder für Websites ohne Wartungsvertrag. Die Sicherheitslücke war so bedeutend, dass sie schnell als „Drupalgeddon” die Runde machte.

Kritische Bugs sind freilich nicht auf Drupal beschränkt. Im Oktober waren schätzungsweise 2,8 Millionen Joomla-Websites durch eine SQL-Injection gefährdet. Im Februar wurde eine kritische Sicherheitslücke in älteren Typo3-Versionen bekannt. Im selben Monat wurde vor einer kritischen Lücke im Plug-in WP-Slimstat gewarnt, die über eine Million WordPress-Seiten gefährdet hat. Welches CMS auch immer im Einsatz ist: Sie müssen ständig auf dem Laufenden bleiben, um derart kritische Lücken schnell zu schließen.

In dieser Hinsicht haben statische Seiten einen klaren Vorteil: Ohne Datenbank und serverseitige Programmiersprache fallen zwei große Angriffspunkte weg. Noch dazu werden statische Sites deutlich schneller ausgeliefert. Und wenn Sie sich einige Projekte im Web genauer ansehen, müsste auch gar nicht immer ein CMS im Hintergrund werkeln. Oft genug reichen statische Seiten aus. Und deshalb werden Static Website Generators und entsprechende Engines auch wieder beliebter. Meinolf Droste zeigt Ihnen ab Seite 50, in welchen Fällen eine solche Engine infrage kommt und wie Sie zusammen mit Git, Netlify und Contentful ein sinnvolles Deployment kreieren.

Egal ob statisch oder dynamisch, auf Seite 84 finden Sie fünf schnelle Tipps, um die Performance Ihrer Website zu steigern. Wenn Sie doch WordPress bevorzugen, zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihr System mit Advanced Custom Fields flexibel erweitern. Außerdem finden Sie im Heft Dos und Don’ts für Kickstarter-Kampagnen, Tipps für die bessere Kommunikation zwischen Kunde und Dienstleister, Barrierefreiheit für Designer, eine Einführung in die JavaScript-App-Plattform Meteor, CSS der Zukunft und eine Vorstellung von Sitecake – einem kleinen CMS, mit dem Sie eigentlich statische Seiten um dynamische Aspekte erweitern.

Back to the roots.
Nicolai Schwarz

Nicolai Schwarz 

Nicolai Schwarz

kümmert sich am liebsten um guten Content. So auch bei der Screenguide. Wenn er dort nicht gerade Inhalte auf Herz und Nieren prüft, arbeitet er als selbstständiger Designer und Webentwickler, hauptsächlich in Drupal-Projekten.

Twitter: @textformer

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